Mit dem Fahrrad in und um Köln

Ein Watchblog für Kölner Radverkehrspolitik

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Unterwegs mit dem Torkelradlertrupp – wie man zum Rad-Rambo wird

Juni 19th, 2012 · 70 Kommentare

Ich hatte es bereits erwähnt, einem Teil meines Fahrrad-Sternfahrt-Erlebnisses möchte ich einen eigenen Artikel widmen. Vorneweg: es geht in diesem Artikel um den adfc und es geht um alte Menschen. Ich möchte klar zum Ausdruck bringen, daß ich mit dem, was ich berichte, in keinster Weise pauschalisieren möchte. Es gibt sicherlich adfc-Menschen die sich anders verhalten, als die in meiner Schilderung (ich bin selbst adfc-Mitglied) und auch das geistige Level von Menschen hat meiner Ansicht nach nichts mit deren Alter zu tun, auch wenn dieser Artikel teilweise einen anderen Eindruck erwecken könnte.

Meine persönliche 5. Kölner Fahrrad-Sternfahrt sollte mir ein paar Kilometer mehr auf den Tacho bringen, also beschl0ß ich, einen Startpunkt etwas außerhalb Kölns zu wählen. Dormagen sollte es dieses mal sein. Ca. 25 km fuhr ich an, traf unterwegs noch zwei Mitradler und so fanden wir uns kurz vor der Startzeit (11:00 Uhr) am historischen Rathaus in der Fußgängerzone in Dormagen ein. Dort hatte sich schon ein Trupp eher älterer Radler versammelt. Rüstige Menschen, die sich auf dem Fahrrad fit halten, das gefällt mir und so möchte ich im Alter auch sein. Offensichtlich handelte es sich bei fast allen um Mitglieder des adfc Dormagen – zumindest zeugten ihre quietschgelben Warnwesten mit entsprechendem Aufdruck davon.

Wir wurden freundlich begrüßt und es gab freudige Ausrufe, als man hörte, daß wir tatsächlich aus Köln angereist waren, um von Dormagen aus (nach Köln) zu starten. Auf dem Flyer der Sternfahrt war Dormagen als offizieller Startpunkt angegeben (auf der Website allerdings nicht, deswegen hatte ich per e-mail bei den Organisatoren nochmal nachgefragt und auch eine postive Rückmeldung bekommen), ich wähnte mich also auf einer „Demo“ und war ein wenig verwundert, als wir eine Einverständniserklärung unterschreiben mußten, daß wir uns an die StVO halten würden. Nun gut, ich halte mich generell an die StVO, also habe ich selbstverständlich keine Probleme, das noch einmal mit einem Kringel auf einem Blatt Papier zu bestätigen.

Mein Protest auf dem Rücken („Radwege töten“ und ein durchgestrichenes VZ237 als klare Aussage ) sorgte anscheinend etwas für Unmut. „Das auf Ihrem Rücken, das sehe ich aber nicht so“ meinte ein rüstiger Herr. Dann erzählte er etwas unzusammenhängend von einem Doktor und einer Bundesstraße. Ob der Doktor da nun totgefahren wurde oder jemanden tot gefahren hat oder einfach nur mal über die Bundesstraße gefahren ist, erschloß sich mir nicht ganz … wir fuhren dann auch mit ungefähr 20 Radfahrern los und ich mußte mich einer Grundsatzdiskussion über „Radwege“ erstmal nicht stellen.

In der Dormagener Fußgängerzone ist ab 11:00 Uhr die Durchfahrt für Radfahrer verboten. Genau genommen, kurz nach 11:00 Uhr, begangen wir also direkt eine Ordnungswidrigkeit. Ich machte sogar noch einen kleinen Scherz darüber – daß danach für eine lange Zeit erstmal „Schluß mit lustig“ sein sollte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht ahnen.

Am Ende der Fußgängerzone befindet sich eine Ampel, die dann von den vorne fahrenden direkt ignoriert wurde, aber immerhin wurde die dahinter folgende Fußgängerampel mit Radfahrersymbol beachtet. Genau genommen ist dies noch bis August tatsächlich das richtige Verhalten. Ich bezweifle allerdings, daß das jemand wußte, denn Ampelregelungen für Radfahrer sind derzeit wirklich kompliziert. Bei angekündigten adfc-Touren (auf solch einer befanden wir uns offensichtlich) ist es so, daß es einen Tourenleiter gibt. Der hat gewissermaßen die Verantwortung und fährt vorne weg. Dies war bei unserer Tour „Wilfried„, wie mir jemand sagte. Wilfried zog dann nach ein paar Metern auf einen sich in einer Tempo30-Zone befindlichen, viel zu schmalen mit VZ240 gewidmeten „Radweg“ – es ist ganz sicher fahrlässig, solch einen Weg mit einer Gruppe von 20 Radfahrern zu benutzen. „Das fängt ja gut an„, dachte ich mir und wählte die Alternative über die Fahrbahn, ebenso meine Begleiter. Etwas weiter beginnt der Chemiepark Bayer Dormagen. Dort gibt es rechts einen recht breiten, allerdings verwurzelten „Radweg“, der akzeptabel zu befahren ist, wenn man es nicht grad eilig hat (ich befahre diese Strecke öfters mit dem Rennrad), denn der Verkehrsfluß wird durch eine miese Ampelschaltung  unterbrochen. Da fährt man auf der Fahrbahn eigentlich besser, schon gar wenn man für’s Fahrrad fahren demonstriert. Dennoch schlossen wir uns wieder der Gruppe an und wollten über die Rechtsabbiegerspur der Fahrbahn auf die Radwegefurt auffahren. Dort passierte grad ein KFZ, bevor die Gruppe diese überfuhr und die Fahrradampel zeigte „rot“ – trotzdem fuhren die Rentner über die Ampel! „Warum fahrt ihr denn bei rot?“ fragte ich einen der Mitfahrer. „Das Werk hat doch sonntags zu!„. Ok, *das* ist natürlich ein Argument! „Herr Wachtmeister, heute ist Sonntag, da gelten andere Verkehrsregeln“, das merke ich mir, sollte ich mal wegen einer Ordnungswidrigkeit in die Bredouille kommen.

Qualifizierter Rotlichtverstoss im adfc-Design

 

Damit das klar ist: ich kämpfe (ja, es ist ein Kampf!) seit Jahren für die Akzeptanz von Radfahrern und die Anerkennung des Fahrrads als gleichberechtigtes Fahrzeug und Verkehrsmittel. Dazu gehört für mich (und ich denke, das sieht der adfc in seinen Grundsätzen ähnlich) aber auch generell, daß Radfahrer rudimentäre Verkehrsregeln einhalten, schon gar wenn sie in einer Gruppe (wo es immer etwas unsichere und ungeübte Fahrer geben kann) unterwegs sind – vom Vorbildcharakter ganz zu schweigen. Natürlich passiere auch ich schonmal (vorsichtig, so wie die StVO es ja auch vorsieht) eine rote Ampel, wenn sie augenscheinlich defekt ist und die Induktionsschleife nicht auf mein Fahrrad reagiert oder wenn es sich um eine Schikane-Ampel handelt, die -obwohl der Parallelverkehr freie Fahrt hat- mich dazu anhält, um „grün“ zu betteln und dann eine Ampelphase zu warten. Das mache ich aber zum einen nicht bei Verkehr (direkt vor der Gruppe passierte ja ein KFZ, also fahren da wohl auch sonntags Fahrzeuge lang) und schon gar nicht in einer Gruppe von Radfahrern! Und übrigens: die Verbandsregel (§27 StVO) gilt für die Fahrbahn und nicht für „Radwege“, zudem zeigte die LSA auch für den Führer der Gruppe bereits „rot“.

Einer meiner Begleiter fuhr mal zum „Tourenleiter“ nach vorne vor und fragte ihn, was das solle. „wir fahren jetzt durch, egal wie die Ampeln sind“ war die Antwort. Hatte ich schon erwähnt, daß es sich dabei offensichtlich um den Vorsitzenden des adfc Dormagen handelt? Grandios! Da fehlte eigentlich nur noch ’ne Flasche Bier in der Hand!
Es gibt noch weitere Ampeln auf der Strecke und -selbstverständlich- hielt ich bei rot an, obwohl die Rentner auch die anderen Ampeln ignorierten. Dies führte tatsächlich dazu, daß mich ein Herr mit seinem Pedelec von hinten rammte, weil er sein Gefährt wohl irgendwie nicht unter Kontrolle hatte (ist auf dem Video unten immerhin zu hören, bevor er dann links an mir vorbeifährt)! Ich mußte unweigerlich an den Journalisten denken, der Herrn Simon auf der PK von Velo2010  fragte, „Die ganzen Rentner, die mit ihren Pedelecs mit 25 km/h über die Gehwege brettern, das muß doch der Horror für Sie sein, oder?„. Offensichtlich!

Hinter dem Bayerwerk beginnt dann Köln, Stadtteil Worringen. Und wie es sich für Köln gehört gibt es direkt einen katastrophalen „Radweg“ in unzulänglicher Breite, mangelhafter Führung und Belag, der *selbstverständlich* -in diesem Fall mit VZ241- als benutzungspflichtig ausgeschildert ist, obwohl dort auf der Fahrbahn ganz sicher keine außerordentliche Gefährdung nach §45.9 StVO besteht. Zudem ist dieser Weg dort sehr gerne beparkt, was man als Einheimischer wohl auch wissen wird und es scheint Gegenverkehr auf dem dafür viel zu schmalen Weg zu geben – ob angeordnet oder nicht, konnte ich nicht ersehen. Einen Doppelpfeil gab es in unserer Fahrtrichtung jedenfalls nicht. Als Tourenleiter -schon gar des adfc- würde ich jetzt wissen, wie ich die mir verantwortete Gruppe sicher ans Ziel führen würde – Wilfried sah das, wie bereits vermutet, aber etwas anders und lies sich nicht von seinem Stil, die Gruppe zu führen, abbringen.

Gegenverkehr auf Holperstrecke

 

Munter fuhr die Gruppe von 20 Radfahrern also auf diesem unzumutbaren Weg, während ich selbstverständlich die Fahrbahn nahm. Am Ende des Ortes wurde es dann fies, denn die Gruppe wechselte tatsächlich (über eine weitere rote Ampel) die Straßenseite und setzte ihre Fahrt als Geisterradler auf einem nicht in Gegenrichtung freigegebenen „Radweg“ fort! Unsere -mittlerweile nicht mehr freundliche – Meckerei ob der Geisterradlerei wurde mit „der war aber früher mal freigegeben“, „das machen wir immer so“ und „nun verderbt uns mal nicht den Spaß“ beantwortet. Nach einem guten Kilometer und mehreren Kreuzungen war der „Radweg“ dann tatsächlich linksseitig freigegeben – selbstverständlich immer noch viel zu schmal für Gegenverkehr, schon gar mit einer Gruppe! Wilfried führte diese jedoch stoisch weiter, ganz offenbar ohne sich auch nur irgendeines Fehlers bewußt zu sein. Das machen wir seit 50 Jahren so. Das kann nicht gefährlich sein.

Es kam eigentlich, was kommen mußte, in der nächsten Ortschaft blieb der ganze Trupp auf der linken Seite und befuhr etwas, was baulich klar nach einem Gehweg aussah (es war letztlich tatsächlich ein -illegaler, weil zu Unrecht gewidmeter- Radweg, allerdings in keinem Fall linksseitig freigegeben).

Gehwegradeln!?!

 

Da müßte nüchterner Geisteszustand eigentlich schon ausrreichen, um das zu erkennen. Nicht bei Wilfried & Co. und somit pedalierten diese also seelenruhig ihren Weg gegen die Fahrtrichtung und jeden gesunden Menschenverstand. Ich erinnerte mich an die Bemerkungen in Richtung Herrn Harzendorf gerichtet, daß viele Radfahrer gar nicht wissen, daß sie etwas falsches und gefährliches tun, weil halt immernoch viele „Radwege“ in Gegenrichtung freigegeben oder gar angeordnet sind und ein paar Meter weiter dann aber wieder nicht. Diese Unwissenheit hätte ich aber natürlich nicht bei einem Tourenleiter des adfc erwartet!

adfc Dormagen als Geisterfahrer unterwegs!

 

Es ging dann über ein paar Feldwege und ein Wohngebiet (war mir nicht ersichtlich, ob man dort Fahrrad fahren durfte oder nicht) und den nächsten linksseitigen „Radweg“ (über den wir drei selbstverständlich schoben) zu unserem Ziel in Chorweiler.

Tja, was soll ich noch sagen? Ich empfinde das Erlebte als schockierend. Ich betone es nochmals: ich mußte vor dem Start der Tour unterschreiben, daß ich ich mich an die StVO halte! Ich stecke sehr viel Energie, Zeit und Elan in dieses Weblog und in Fahrradpolitik, aber das dies alles ausgerechnet vom adfc konterkariert wird – macht mich fassungslos! Immerhin: fast alle hatten einen Helm auf und Warnwesten an, waren also „sicher“! Und Nein, Pfarrer Meurer war nicht mit dabei – der kommt von der anderen Rheinseite.

Hm, vielleicht hat Ramsauer also doch recht und er hat genau so einen Trupp aus dem Fond seines Dienstwagens heraus beobachtet … die Rad-Rambos und Krampfadler!

Die Kölner Polizei will ja -ernsthaft- in die Seniorenverbände gehen, um über die Gefahren von Geister- und Gehwegradeln aufzuklären. Vielleicht sollten sie zusätzlich noch in die adfc-Ortsverbände gehen – wobei die Schnittmenge in diesem Fall tatsächlich ziemlich groß sein dürfte …

Ich sende diesen Artikel an Bundes- und NRW-Landesvorstände des adfc mit der Bitte um Stellungnahme, sowie an den Kölner adfc und die Organisatoren der Fahrrad-Sternfahrt zur Kenntnisnahme. Eine e-mail Adresse des adfc Dormagen habe ich leider nicht gefunden.

Ich habe die Tour, die ca. 45 Minuten dauerte, mit einer Lenkerkamera gefilmt. Die relevanten Szenen habe ich zum folgenden Videoclip zusammen geschnitten. Der kommentierende und später teilweise arg meckernde Mann bin ich. Ich bitte ein bis zwei Sätze zu entschuldigen, aber ich war wirklich außer mir. Ich denke, das ist aber durchaus verständlich.

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Tags: ADFC · Sternfahrt · Verkehrsrüpel

70 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 aufmerksam // Jun 24, 2012 at 12:37

    @Marco:

    Die Klassifizierung der Radstreifen in „legale“ und „illegale“ richtet sich doch nach einem Formalismus, der am grünen Tisch entstanden ist. Dieser deckt sich aber nun überhaupt nicht mit der Sinnhaftigkeit der jeweiligen Streifen.

    Natürlich kann man formaljuristisch gegen Streifen vorgehen, die die Anforderungen nicht erfüllen. Nur leider impliziert man dabei unvermeidbar immer auch, dass die übrigen Wege „schon irgendwie gut“ seien. Das ist ein Zwickmühle, in der der Radaktivist sitzt.

    Letztendlich kommt er da nur politisch ‚raus, also über die klare Forderung der Abschaffung jeglicher Separation. Leider traut sich die Fahrradlobby nicht, das klar zu fordern. Eben auch der ADFC nicht.

    Gruß und weiterhin viel Erfolg.

    Ein aufmerksamer Leser

  • 2 aufmerksam // Jun 24, 2012 at 12:40

    @siggi:

    Die aktuelle Gesetzeslage kann nicht der richtige Weg sein. Diese erlaubt nach wie vor lebensgefährliche Konstrukte. Konsequent wäre eine Änderung der Gesetzeslage mit Festschreibung des Verbotes jeglicher Separation.

  • 3 siggi // Jun 24, 2012 at 16:23

    @aufmerksam
    Gesetzeslage nicht in Bezug auf Radverkehrsanlagen.

  • 4 aufmerksam // Jun 24, 2012 at 17:39

    @siggi:

    Ich verstehe nicht, was Sie meinen. Sie dürfen in ganzen Sätzen mit mir reden.

    aufmerksam

  • 5 Thorsten // Jun 24, 2012 at 21:16

    @Marco, noch mal zu dem Video. In Gütersloh wurden und werden von der Stadt noch reichlich rote Radwege angelegt. In der Regel sind diese nicht benutzungspflichtig und wenn die Stadt diese beschildern will , gehen wir als ADFC dagegen vor.
    Spannender finde ich die Aussage des Polizeisprechers „rot gepflasterte Wege sind trotzdem Gehwege“. Mir und vielen meiner hiesigen ADFC-Kollegen sehr recht. Wenn dem so ist, wird es aber für 95% der hiesigen Radfahrer teuer. 🙂
    Es wäre mir neu, dass das verschwinden eines Blauschilds auch ein Benutzungsverbot dieses roten Radwegs bedeutet weil er nun Gehweg ist. Insofern erwarte ich schon von der Stadt falls also ein solcher roter Radweg in eine rote Fläche (die ausschließlich Gehweg sein soll) übergeht einen Hinweis für die unwissenden Mitradler. Dann trauen sich bestimmt auch wieder mehr Leute auf die Fahrbahn.

  • 6 Torben // Jun 25, 2012 at 20:19

    Bei uns in Rendsburg gäbe es das nicht, wie die Dormagener es praktizieren. Selbst ich als Fahrbahnradler im Alltag nutze auf Touren Radwege mit Benutzungspflicht nur dann, wenn sie zumutbar sind. Allerdings nehme ich dabei auch Tücksicht auf die Befindlichkeiten der Teilnehmer. Jedoch bin ich nicht bereit, mich oder andere auf schlechten Radwegen zu gefährden.
    http://www.adfc-rd.de

  • 7 siggi // Jun 30, 2012 at 21:01

    @aufmerksam
    So etwa wie hier wäre ein Weg bestehende Gesetze anzuwenden.
    http://hicsuntdracones.de/public/docs/Anschreiben2_Neuentwurf.pdf
    Zum 25. Jahrestag der VzBtR (Vereinungung zum Bau tödlicher Radverkehrsanlagen) könnte ja mal Jamand so etwas machen.

  • 8 Kai // Jul 4, 2012 at 19:33

    @Thorsten: Was kennzeichnet denn einen Radweg als solchen? Und wie unterscheidest du einen solchen von einem reinen Gehweg? Ein sogenannter „anderer Radweg“ ohne Beschilderung muss eindeutig als solcher erkennbar sein, ansonsten handelt es sich immer um einen reinen Fussgängerbereich. Die Polizei in Gütersloh liegt da (leider) völlig richtig.

    Nach Auffassung von Dietmar Kettler, Autor von „Recht für Radfahrer“, kann es solche unbeschilderten Radfahrerbereiche überhaupt nur dort geben, wo vorher mit Z. 241 StVO bschildert wurde, wo also die Fussgänger- und Radfahrerbereiche baulich getrennt sind. Ist dies nicht der Fall, z. B. bei Wegen mit Z. 240 StVO beschildert waren, wird durch wegnehmen der Schilder der Weg zum reinen Fussweg. Ansonsten muss immer mit Z. 239 + ZZ „Radfahrer frei“ ausgeschildert werden.

  • 9 Olaf // Aug 22, 2012 at 09:18

    Ich bin schockiert über diese ADFC Rambos. Bei uns hier in Mecklenburg schaut es aber ähnlich aus. Da sieht man regelmäßig adfc Gruppen brav auf Radwegen, gerne auch links fahren. Um falsche Beschilderung kümmern die sich nicht, eher um mehr Radwege, damit die bestehenden in den nächsten Jahren nicht mehr gepflegt werden können und damit unbenutzbar werden. Von Neubeschilderung mal ganz abgesehen. Der Ostseeradweg R6 z.B. ist aus Richtung Rügen nach Wismar regelmäßig im Zickzackkurs zwischen linkem Radweg außerorts und Straße (rechts) Innerorts hin und her. An fast jedem Ortsaugang ist dann links der Lolli aufgestellt, von sicherer Querunggsmöglichkeit keine Sicht… Der adfc scheint nicht zur Lobbyarbeit für Radverkehr zu taugen, eher ein Club für Gehwegradler?

    Was mich aber interessiert: Sind von den Stellen an welche Du diesen Beitrag geschickt hast irgendwelche Rückmeldungen zu erwarten? Wenn ja gab es Entrüstung oder eher Mitgefühl mit dem Anführer der Rambogruppe?

  • 10 Christian // Sep 17, 2012 at 13:02

    Das ist eine Farce. Selbst, wenn man unterschiedlicher Meinung zur Notwendigkeit von Radwegeanlagen ist, ist die Regelung im Straßenverkehr durch Verkehrszeichen maßgeblich. Hier hat auch ein ADFC-Platzhirsch kein Gewohnheitsrecht. Die Eigeninterpretation einfachster Grundsätze für Gruppenfahrten über 15 Mann aber insbesondere das gefährliche Gehwegradeln in dieser Gruppenstärke machen diese Demofahrt zu einer Gefährdung für jeden Fußgänger.
    Powerd by Ramsauer, oder was?

  • 11 Norbert // Jan 4, 2013 at 04:28

    Ironiemodus EIN:

    Der Eintrag zeigt doch nur, was verschiedene Studien schon lange nachgewiesen haben: Risikokompensation

    Das Tragen vom Fahrradhelm, und hier zusätzlich noch grellgelben ADFC Leibchen führt deutlich sichtbar dazu, dass die so ausgerüsteten Radfahrer aufgrund der vermeintlichen zusätzlichen Sicherheit bereit sind, im Verkehr ein höheres Risiko einzugehen.

  • 12 Ulrich // Jan 4, 2013 at 13:22

    Das hier gezeigte Verhalten kenne ich, in abgemilderter Form auch von meinem heimischen ADFC. Über das Thema wurde auch in der Mitgliederversammlung diskutiert und ich hoffe, daß die künftigen Touren ohne Verkehrsverstöße auskommen.
    Da der Tourenleiter des ADFC Dormagen so extrem beratungsresistent war hätte ich überlegt, die Polizei einzuschalten, damit die Herrschaften die Quittung für ihr Verhalten direkt vor Ort bekommen hätten. Das hätte sicher eine Verhaltensänderung bewirkt.

  • 13 Marco // Jan 4, 2013 at 13:24

    @Ulrich:
    schlimm, wenn das in anderen Verbänden auch so gehandhabt wird!

    Ich hatte in Chorweiler (der nächsten Station der Sternfahrt) die Polizisten, die uns ab da in die Innenstadt begleitet (und „abgesichert“) haben darauf hingewiesen. Das hat die nicht interessiert.

  • 14 Stadt Köln hebt ALLE Radwege-Benutzungspflichten auf! // Jan 4, 2013 at 15:38

    […] als Tourenleiter zu begleiten: “da besteht noch einiges an Nachholbedarf, besonders was die Verkehrsregeln angeht. Da kann ich sicherlich mit Sachverstand helfend tätig werden und Nachhilfearbeit […]

  • 15 Ulrich // Jan 4, 2013 at 18:27

    @Marco: Wie schon gesagt, wir haben drüber geredet und neue Verhaltenskriterien vereinbart.
    Ich hoffe, es hilft, zumindest hier vor Ort.
    Evtl. sehe ich Ende Februar Leute aus Dormagen, ich werde sie mal drauf ansprechen.

  • 16 Der adfc und die Vogel-Strauß-Taktik // Jan 15, 2013 at 13:45

    […] Artikel vom Juni diesen Jahres über die Erlebnisse bei der Kölner Fahrrad-Sternfahrt mit dem adfc Dormagen hat -insbesondere das dazugehörige Video- doch für einige Aufregung gesorgt. […]

  • 17 CJB // Mai 11, 2013 at 19:11

    Tja, was ich da sehe sind die allgegenwärtigen Horro-Dumm-Sonntagsradler (an dieser Stelle sage ich „Radler“, ansonsten lege ich gesteigerten Wert auf den Ausdruck „Radfahrer“).

    Besonders „gut“ gefallen mir jene Hirnies, die dann auch noch denken, als Radfahrer, nicht auf der Fahrbahn unterwegs, könne man fahren wie man wolle und versuchen, Linksverkehr in D einzuführen. So einer ist hier im Video ja auch zu beobachten.

    Herr, lasse Hirn regnen, wenn sie gerade im Freien untersegs sind.

    So, nun habe ich mich äußerst moderat ausgedrückt, an der Ausdrucksweise im Video finde ich überhaupt nichts auszusetzen. Ich glaube, ich hätte sie fahren lassen, aber die Polizei informiert: „Auf der X-Straße in Z fährt ein Verband von Radfahrern Richtung Y und mißachtet die Verkehrsregeln. Gefährdung von Auto- und Fußverkehr gegeben“.

  • 18 Nico // Mai 29, 2013 at 16:40

    So, heute ist es mir auch passiert. Aus heiterem Himmel rollten etwa zwanzig größtenteils behelmte Freizeitradler aus einer Grünanlage heraus und kamen mir mit größter Selbstverständlichkeit auf Geh- und Radweg entgegen. Da war ich erst mal baff. Wenigstens sind sie mir ausgewichen, so dass dann alle auf dem viel zu schmalen Gehweg fuhren. Ob die sich als Autofahrer auch so benehmen …

  • 19 6. Kölner Fahrradsternfahrt am 16. Juni 2013 – ich bin dabei! // Jun 7, 2013 at 18:57

    […] einer sehr unglücklichen Rede von Pfarrer Meurer war das hauptsächlich mein Erlebnis mit der amokfahrenden Kampfradlergruppe des adfc Dormagen, die mich zuerst verplichteten, die Einhaltung der StVO zu signieren, um dann gegen selbige […]

  • 20 ¿Quién construiría ciudades así? | CiudadCiclista // Nov 7, 2015 at 21:36

    […] http://www.radfahren-in-koeln.de/2012/06/19/unterwegs-mit-dem-torkelradlertrupp-wie-man-zum-rad-ramb… […]

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