… denn nur so hahlen mir se op!
Als ich dieses Webblog gestartet habe, was im Prinzip eine spontane Impulshandlung war, war mir eigentlich nur die Seite der Mülheimer Fahrrad-Gruppe bekannt. Wenig später entdeckte ich Arnes Blog radgefahren.de – und habe mittlerweile auch den Betreiber dieser Seite kennen und schätzen gelernt. Anscheinend steckt Initiative in Köln durchaus an, denn wir Kölner Fahrrad-Blogger werden tatsächlich immer mehr! Einige erwähnenswerte Blogs möchte ich hier noch einmal kurz vorstellen:
Da wäre zunächst einmal Holger, der sich in seinem Blog hauptsächlich um die Fahrradbelange in Bergisch-Gladbach kümmert.
Dann bloggt auch Highner über seine Räder, Technik und aberwitzige Radverkehrsführungen in Köln.
Einen weiteren -ausführlichen- Blog betreibt Roland als Alltagsradfahrer in der Großstadt. Sehr nett zu lesen, auch wenn ich keinen Hehl daraus mache, daß ich Rolands Einstellung in manchen Details, insbesondere der Benutzung, bzw. Notwendigkeit von “Radwegen”, ganz und gar nicht teilen kann – aber, bildet Euch selbst ein Urteil!
[Nachtrag am 26.1.2010] Einen Blog hätte ich dann fast vergessen: Elmar hat in seinem (excellenten) Blog “Medienecken und wasmirindensinnkommt” auch eine kompetente Fahrradrubrik. Lesenswert!
Schön, daß wir Fahrradaktivisten in Köln jetzt also mehr als eine Handvoll sind – nun müssen wir was draus machen und am Ball, pardon, Rad bleiben!
Tags: Allgemein
Mit ein paar Tagen Verspätung wünsche ich allen Lesern, Radfahrern, Autofahrern und Fußgängern in Köln, Umgebung und natürlich auch ganz anderswo ein frohes neues Jahr. Hoffen wir, daß wir mit Initiative 2010 ein wenig sicherer und sinnvoller für die Radfahrer und somit auch alle anderen Verkehrsteilnehmer gestalten können.
Das letzte “große Thema” dieses Blogs war ja die Posse um die Mülheimer Brücke, bzw. deren Sanierung, die in der ersten Dezember Woche abgeschlossen wurde. Seitdem geht also alles wieder seinen gewohnten Gang, d.h. Geisterfahrer und somit lebensgefährliche Situationen sind jetzt wieder illegal und können (und werden das hoffentlich auch) von der Polizei kontrolliert und abkassiert werden.
Die Kommentare zu meinem letzten Beitrag geben mir die Möglichkeit, die Sache fürs Erste abzuschließen, wurden doch einige Aspekte genannt, die es auf den Punkt treffen:
“Der_UB” schrieb:
Behörden können anscheinend niemals zugegeben (wie allerdings auch viele “Normalsterbliche” auch), dass sie Fehler machen. Grundsätzlich wird, auch wenn die Maßnahme oder die Folgen ein Schildbürgerstreich sind, festgestellt, dass alles korrekt und geprüft sei. Es entsteht nicht nur der Eindruck, dass da willentlich gelogen wird, um seine eigene Inkompetenz zu kaschieren.
Ja, so ähnlich habe ich das auch erfahren und das gilt nicht nur für die StVB in diesem Fall, sondern auch für die Polizei, die ja ganz am Anfang auch aus Hü ein Hott gemacht hat und das in meinen Augen, um nicht sagen zu müssen, “oops, da hat jemand gepennt.”. Es würde eine Behörde tatsächlich sympathisch machen, könnte sie zum Ausdruck bringen, daß da “auch nur Menschen arbeiten” oder gar die “Spezialisten”, in diesem Fall Verkehrsteilnehmer, die die Gefahrenstellen täglich mehrmals passieren, einfach ins Boot holen.
Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie, gerade in Köln, der motorisierte Verkehr bevorzugt wird. Auch wenn ich aktuell nicht mehr in Köln wohne, bin ich dort noch sehr viel mit dem Rad unterwegs. An Baustellen herrscht allerorten das Chaos. Anscheinend geben sich schlecht ausschildernde Baufirmen und schlecht organisierte und träge Behörden die Hand – oder eben nicht.
Ja, Verkehr ist in Köln motorisiert – was anderes kommt überhaupt nicht in Frage. Ein Fahrrad wird von den Behörden als Spielzeug, bestenfalls noch als Sportgerät angesehen, aber in keinem Fall als ernsthaftes Fortbewegungsmittel. Anders sind die Wege, die man uns anbietet (nein, es muß leider heißen: auf die man uns zwingt) nicht zu erklären. Würde es in der Behörde Menschen geben, die sich ernsthaft mit dem Fahrrad fortbewegen, würden auch 3/4 aller Kölner Baustellen anders, nämlich richtig und sicher, ausgeschildert sein.
“Hans” schrieb:
Bei der Gelegenheit: War eigentlich zu irgendeinem Zeitpunkt der Fahrradbeauftragte als unermüdlicher Streiter für die Radfahrerinteressen in die Sache involviert? Oder hat er drei Monate lang unter seinem Schreibtisch gehockt und sich feste die Ohren zugehalten?
Das traurige an diesem Statement ist eigentlich, daß der Sarkasmus darin die Realität wohl genauestens trifft. Ich habe lange Zeit tatsächlich gedacht, der “Fahrradbeauftragte” sei ein Phantom und eher ein Symbol, bis man mir versicherte, daß er wirklich existiert. Leider hat man als Spezialisten, der ein “Fahrradbeauftragter” meinem Verständnis nach sein sollte, jemanden ausgesucht, der ein Fahrrad augenscheinlich ebenfalls nicht als Verkehrsmittel ansieht, sondern nur als etwas, was dem motorisierten Verkehr im Wege ist. Sowas nennt man in Köln “Pöstchen verteilen”. Anders kann ich mir den Fokus des “Fahrradbeauftragten” nicht erklären, der hauptsächlich aus “Schutzstreifen aufmalen” und “Fahrradständer aufstellen” besteht.
Die peinliche Tatsache, daß der “Fahrradbeauftragte” am Tag der Fahrrad-Sternfahrt, deren Termin ein Jahr vorher feststand und deren Mitveranstalter er ist, Urlaub hat, spricht eigentlich Bände und sagt viel darüber aus, wie wichtig dem “Fahrradbeauftragten” die Radfahrer seiner Stadt sind.
Ich drücke das klar und deutlich aus: ich fühle mich als Radfahrer vom “Fahrradbeauftragten” der Stadt Köln nicht vertreten und halte sein Amt für eine Alibi-Funktion, bis man mich eines besseren belehrt.
“cohn structa” schrieb:
Meine These ist: Köln ist KEINE fahrradfreundliche Stadt. Radwege sind mehr dazu da, die Strasse von dem Gesocks zu befreien. Beschleunigung von Radverkehr oder gar richtige Rad-Verkehrs-Konzepte gibt es nicht.
Dem ist eigentlich so gut wie nichts hinzuzufügen – leider.
Fakt ist, daß vieles alibimäßig abläuft, egal, ob es den “Fahrradbeauftragten” betrifft oder auch Velo2010 oder die Politik generell (vgl. den Beschluß der BV bzgl. der Mülheimer Brücke, der von der StVB einfach ignoriert wurde – übrigens nach Voraussehenvon Fraktionspolitikern, mit denen ich Kontakt hatte).
Wir müssen uns im klaren darüber sein, daß wir keine, bzw. keine große Lobby haben und mit Rückschlägen leben. Kritiker in den Gremien werden entweder mundtot gemacht oder nicht mehr eingeladen – bestenfalls wird ihnen Honig ums Maul geschmiert. Ich hatte z.B. eine konkrete Anfrage einer TV-Produktion, bei der ich als Radfahrer und Experte auftreten sollte. Man sagte mir dann ab, weil der Beitrag doch nicht erstellt werden würde. Er wurde erstellt und auch gesendet, nur ohne mich. Ach ja, es ging um die (Rad)Verkehrsüberwachung der Polizei und wer nun 1 und 1 zusammenzählen kann …
Ich glaube allerdings fest daran, daß es -auch in unserer Stadt- genügend aktive Menschen gibt, die sich dem Klüngel stellen und auch den Mut haben, sich mit Kritik auseinander zu setzen. Es gibt in diesem Zusammenhang viel zu tun und auch ich werde wieder versuchen, meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten.
In diesem Sinne: ein gutes Jahr 2010!
Tags: Allgemein · Mülheimer Brücke
Die Posse um die Mülheimer Brücke zeigt einmal mehr, wie hilflos man als (radfahrender) Bürger in Köln der Willkür und Sturheit der Straßenverkehrsbehörde ausgesetzt ist.
Nachdem die Stadtverwaltung den Beschluß der Bezirksvertretung 5 vom 17. September 2009, die “aus Sicht der Bezirksvertretung für Radfahrer/innen lebensgefährliche Umleitungssituation auf der Mülheimer Brücke, zu überprüfen und unverzüglich zu entschärfen” komplett ignoriert hat, wurde mir schließlich geraten, Strafanzeige zu erstatten. Davon habe ich eigentlich nur abgesehen, weil ich das persönlich als zu stressig empfinde. Ich habe schließlich auch noch ein normales Leben und einige Radtouren zu fahren
.
Obwohl die Sanierungsarbeiten ja lt. Pressemitteilung der Stadt Köln “bis Oktober” dauern sollten, tat sich in den letzten Wochen an der Baustelle nichts, ich konnte dort absolut keine Fortschritte feststellen (ich befahre die Brücke regelmäßig). Da der Dezember nun vor der Tür steht, ließ ich es mir nicht nehmen, noch einmal bei der Stadt Köln nachzufragen, wie lange die “zeitlich begrenzte” Gefährdung des Radverkehrs noch dauert. 3 Monate sind immerhin ein Vierteljahr.
Entgegen der üblichen Arbeitsweise des Amtes für Straßen- und Verkehrstechnik, kritische Anfragen schleppend zu beantworten und auszusitzen, antwortete Frau Schmitz mir recht zügig:
die Sanierung der Mülheimer Brücke hat sich wetterbedingt verzögert und wird voraussichtlich Anfang Dezember abgeschlossen sein.
Nun gut, ich bin kein Bauarbeiter und insofern kann ich natürlich nicht beurteilen, ob Temperaturen von bis zu 18°C (im November) “wetterbedingte Verzögerungen” verursachen. Frau S. entgegnete mir dann, daß das eher an der feuchten Witterung gelegen habe. Ich hatte die letzten 3 Monate gar nicht so feucht in Erinnerung, ich wohne aber auch 700 Meter von der Mülheimer Brücke entfernt, vielleicht ist die Wetterlage da anders.
Es entwickelte sich ein kleiner e-mail Verkehr und ich möchte das Ende desselbigen vorweg nehmen. Und ja: ich hatte damit gerechnet!
um einem endlosen Mailverkehr, der Sie schlussendlich nicht zufrieden stellen wird, zuvorzukommen, werde ich Ihnen nun abschließend antworten.
Die Beschilderung wurde von der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei mehrfach geprüft und abgewogen. Eine günstigere Lösung hat sich dabei, auch unter Berücksichtigung sämtlicher Vorschriften und Broschüren, nicht ergeben. Eine erneute Besichtigung, dieses Mal per Rad, halte ich ebenso wie Änderungen an der Beschilderung, nicht für erforderlich.
Ich traue dem geneigten Leser dieses Blogs die Transferleistung zu, die Kernaussage dieser Antwort in klares Deutsch zu übersetzen. Nutzt die Kommentarfunktion!
Es klingt ein wenig so, als wäre ich da jemanden auf den Schlips getreten, was ich zumindest nicht in böser Absicht tat, sondern einfach nur indem ich berechtigte Fragen stellte, die größtenteils auf Gesetzen (!), zumindest auf gesundem Menschenverstand und zudem auf meinen praktischen (!) Erfahrungen als radfahrender Verkehrsteilnehmer basieren. Nachfolgend einige meiner Fragen, bzw. Anmerkungen und die Antworten. Selbstverständlich bleiben auch meine unbeantworteten Fragen nicht unerwähnt:
Frau S. monierte, daß die Beeinträchtigungen für den Radverkehr zwar lästig, aber sicher nicht “lebensgefährlich” seien. Meine Anmerkung dazu:
“Haben Sie diesen Weg selbst einmal mit dem Fahrrad befahren? Es wird ein Weg mit einer Breite von 1,20 Metern bei uneinsehbaren Hindernissen als beidseitig benutzungspflichtig ausgeschildert. Wie nennen Sie das, wenn nicht “lebensgefährlich”?” beantwortete sie nicht, stattdessen:
Ich bin die Strecke selber mehrfach abgelaufen und habe dabei keine “lebensgefährlichen” Situationen erlebt. Es ist aber richtig, dass die Beschilderung infolge Sachbeschädigung, etc. mehrfach nachgebessert werden musste.
Das Amt für Straßen- und Verkehrstechnik “läuft” also “Radwege” ab! Damit ist eigentlich alles gesagt. Meine Einladung zu einer Ortsbesichtigung wurde abgelehnt (siehe oben). Die Beschilderung, die “nachgebessert” werden mußte, war von Anfang an dilettantisch und wider der StVO, bzw. VwV zur StVO, bzw. ist es bis dato immernoch. Dies ist (unter anderem) in diesem Blog und auch mit Bildern dokumentiert und somit unzweifelhaft. Der Bezug auf “Sachbeschädigung” ist in diesem Zusammenhang aus der Luft gegriffen und dient ganz offensichtlich als Ausrede. Ich erläuterte Frau S. die derzeitige Beschilderung folgendermaßen:
“Von rechtsrheinisch aus kommend stehen auf der Südseite der Brücke ein VZ254 und ein VZ241. Demnach darf die Brücke gar nicht mit dem Fahrrad befahren werden.
An den Pylonen (Engpässe = Gefahrenstellen) stehen derzeit in beiden Richtungen jeweils VZ241 mit Zusatzschild 1000-31. Diese standen anfangs nicht in beide Richtungen. Mir ist zudem schleierhaft, warum das Z241 bereits nach einigen hundert Metern wiederholt wird. Mehrmals sind diese Schilder auch durch Wind (es ist Herbst!) umgefallen. Ich kann Ihnen versichern, daß dies -besonders im Dunkeln- eine zusätzliche Gefährdung darstellt.
Der Weg ist nach der 2. Pylone, schon auf der linksrheinischen Seite, abschüssig und macht auf schlechtem und bei Regen rutschigem Belag eine Linkskurve. Dadurch besteht große Gefahr in den KFZ Gegenverkehr zu stürzen.
Im weiteren Verlauf (Höhe Kuthstr.) gibt es keinerlei Beschilderung einer Umleitung, um in Richtung Innenstadt (Straße “An der Schanz”) zu gelangen. Ein Großteil der Radfahrer fährt somit illegalerweise als “Geisterfahrer” einfach geradeaus weiter – durch die fehlende Beschilderung quasi gefördert.
Linksrheinisch steht an der Nordseite der Brücke in Riehl, also in Richtung *Mülheim* ein Schild, daß besagt, daß die Brücke in Richtung *Riehl* gesperrt ist. Muß ich Ihnen noch detailliert erklären, was ich mit dem letzten Satz meine?
Dazu kommen die erwähnten (und auch dokumentierten) verwirrenden Falschbeschilderungen seit Anbeginn der Sanierung der Brücke im August sowie die *im* Verkehrsraum gelagerten Baken und Verkehrsschilder – wohl durch die Firma, mit der Sie in “engem Kontakt” stehen.”
Die Antwort auf diese Konkreten Eingaben war:
“ “
Zur Umleitung und zu den Beschilderungen nahm Frau S. folgendermaßen Stellung:
Zur Verkehrsführung ist, denke ich, alles gesagt bzw. geschrieben. Die Beschilderung wurde unter den erwähnten Aspekten von der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei mehrfach geprüft und abgewogen. Eine günstigere Lösung hat sich dabei nicht ergeben.
D.h. also, daß die Beschilderungen geprüft wurden und man nicht zu dem Schluß kam, daß die Beschilderungen nicht StVO-konform sind. Man hat also tatsächlich bewußt rechtswidrig ausgeschildert? Meinen Einwand und die Frage “Wann genau fand die erste Prüfung statt?” beantwortete Frau S. so:
“ “
Bei dieser Antwort frage ich mich erstmal, ob die Prüfung überhaupt stattgefunden hat.
Meine Frage “Ich möchte gerne wissen, warum Sie nicht zumindest die Broschüre der AGFS (deren Mitglied die Stadt Köln ist) bei der Baustellenabsicherung zu Rate ziehen.” wurde folgendermaßen beantwortet:
“ “
Auf meine Erwähnung der Unfallstatistik durch Gegenverkehr an der Mülheimer Brücke (4 schwere Unfälle, ein Toter, ein Invalide) hatte Frau S. folgendes zu sagen:
“ “
Auch andere unangenehme Anmerkungen, so z.B. die Tatsache, daß selbst die Polizei mir gegenüber zunächst von einem “Schildbürgerstreich” sprach, wurden ignoriert.
Frau S. konnte ja bei ihren *mehreren* Orts*begehungen* keine Gefährdung des Radverkehrs feststellen und meinte, daß die Umleitung des Radverkehrs auf die Fahrbahn (so sieht es z.B. die RSA95 vor) aus “Sicherheitsaspekten” nicht in Frage käme, was mich veranlaßte, sie zu fragen:
“Möchten Sie mir bitte den “Sicherheitsaspekt” erläutern? Wie belegen Sie, daß Fahrrad fahren mit Gegenverkehr (inklusive Sichtbehinderung) auf 1,20 Meter Breite (vgl.: Mindestanforderung VwV zu StVO §2: durchgehend 2,40 m, mindestens 2,0 m) sicherer ist, als ohne Gegenverkehr auf der Fahrbahn?”
Ihre Antwort war:
“ “
Meine mehrfache Nachfrage, warum der (einstimmige!) Beschluß der Bezirksvertretung vom 17.9.2009 ignoriert wurde, wurde schließlich doch noch beantwortet und zwar so, wie man es mir seitens einiger Fraktionen prophezeit hatte:
Abschließend bin ich Ihnen noch eine Stellungnahme zu dem Beschluss der BV 5 schuldig: Die Straßenverkehrsbehörde hat mehrfach (auch nach der vg. Beschlussfassung) eine Überprüfung der Verkehrssituation durchgeführt und keinen Anlass zur Änderung gesehen.
Das traurige Fazit einer Kölner Fraktion hierzu ist, daß “es meistens Monate und Jahre dauert, bis die Verwaltung Beschlüsse des Ausschusses oder des Rates umsetzt. BV-Beschlüsse werden in vielen Fällen ganz ignoriert”
Und jetzt?
Fraglich ist nun, wie man weiter mit solcher Ignoranz und Untätigkeit der Behörde umgeht. “Auf die Nerven gehen” ist eine Sache, andererseits sieht unser Rechtsstaat immerhin einige Möglichkeiten vor, sich gegen Entscheidungen von Behörden zu wehren. Ich habe Wege im Kopf, über die ich dann sicherlich berichten werde – über weitere Anregungen meiner Leser freue ich mich sehr und falls jemand von Euch selbst tätig werden möchte, kann er mit meiner Unterstützung rechnen.
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… traut man in Köln Radfahrern zu, die Fahrbahn zu benutzen!
Man muß sich das mal vorstellen, da wird ein “Radweg” für satte 100 Meter wegen Kanalbauarbeiten gesperrt und anstatt den Verkehr für diese Strecke über die Fahrbahn zu leiten, wird aufwändig eine Umleitung über locker die 5-8 fache Entfernung ausgeschildert.
Konkret: der “Radweg” ist auf der Mindener Straße, zwischen Deutzer Freiheit und Karlstraße gesperrt, die Umleitung führt umständlich über Deutzer Freiheit, Theodor-Babylon-Straße und Karlstraße.
Selbstverständlich heißt “Umleitung” aber nicht, daß man die Fahrbahn nicht benutzen darf – was ich dort natürlich mache!
Hier die Mitteilung zur Baustelle auf der Website der Stadt Köln.
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Naja, um ganz genau zu sein: 10.000,45 km, so zeigte mir mein Fahrtenbuch gestern Abend an, habe ich dieses Jahr -also seit dem 1. Januar- mit dem Fahrrad bisher zurückgelegt.
Wollte ich nur mal kurz durchgeben, soll auch gar keine Angeberei sein (da gibt es ganz andere!), selbst wenn ich schon ein wenig stolz drauf bin. Diejenigen unter Euch, die mich noch als kettenrauchenden eher Nicht-so-viel-Beweger kennen, die verstehen sicherlich, was ich meine
.
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… hat sich die Lebensgefahr auf der Mülheimer Brücke verschoben. Sonst ist nichts passiert.
Zur Erinnerung: am 18.9.2009 -also vor einer Woche- wurde mir mitgeteilt, daß die Bezirksversammlung Nippes in ihrer Sitzung am 17.9.2009 einen einstimmigen Beschluß gefaßt hat, demnach “ist die Verwaltung beauftragt, die aus Sicht der Bezirksvertretung für Radfahrer/innen lebensgefährliche Umleitungssituation auf der Mühlheimer Brücke, zu überprüfen und unverzüglich zu entschärfen”. Passiert ist seitdem:
NICHTS!
Naja, “nichts” stimmt nicht ganz, denn mittlerweile wird die Nordseite der Brücke saniert und der Radverkehr wird -exakt genauso gefährdet wie in den letzten Wochen- beidseitig über die Südseite geleitet, also “dasselbe in grün”. Natürlich nicht, ohne abermals eine verkehrsanalphabetistische Stilblüte erster Güte abzuliefern:

Schilda
Wie hieß der Typ mit den Windmühlen noch gleich?
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Eine gute Woche habe ich Ruhe gegeben, was die Posse an der Mülheimer Brücke angeht und irgendwie hatte ich vor Filz und Willkür auch schon resigniert. Ein Letztes wollte ich aber noch versuchen, nämlich einfach mal die Kölner Parteien, bzw. Fraktionen um Stellungnahme zu der Sache bitten.
Das habe ich am Donnerstag, den 10.9.2009, spät abends, dann auch getan und fast allen demokratischen Parteien Kölns per e-mail einen offenen Brief mit Bitte um Stellungnahme zugesendet.
Die sowohl ernüchternden, aber auch zumindest augenscheinlich erfolgreichen Ergebnisse möchte ich Euch nicht vorenthalten. Den genauen Wortlaut meines Briefes gibt es unten.
Die Antwort der Grünen
Die Grünen antworteten wahrhaftig in Rekordzeit, nämlich bereits am Freitag, den 11.9.2009, vormittags, mit einer ausführlichen und persönlichen e-mail der verkehrspolitischen Sprecherin, Frau Bettina Tull. Es ist ganz offensichtlich, daß die Grünen als “Umweltpartei” einen “Fahrradaktivisten” (mein Gott, was für ein eigentlich schlimmes Wort!
) ernst nehmen wollen. Mir wird für mein Engagement zunächst ganz herzlich gedankt. Frau Tull geht dann recht ausführlich auf das Engagement der Grünen bzgl. Verbesserung der Radsituation in Köln und insbesondere der Mülheimer Brücke ein und erläutert die langfristigen Ziele. Das Wesentliche, nämlich die aktuelle Gefahrensituation wird im Großen und Ganzen beantwortet mit ‘Fahrrad fahren auf der Fahrbahn ist gefährlich’:
“Insofern bleibt nur, auf die Gefahrenstellen aufmerksam zu machen und auf gegenseitige Rücksichtnahme der RadfahrerInnen zu appellieren. Dies ist sehr unbefriedigend, aber leider sehe ich für den Moment keine andere Möglichkeit”
Diese Aussage mag jeder selbst interpretieren, für mich heißt das leider “Autos haben Vorrang, Lebensgefahr für Radfahrer und Fußgänger sind Kollateralschäden”. Da hätte ich von den Grünen vielleicht eine andere Antwort erwartet.
Da die Grünen überhaupt nicht auf die Tatsache eingegangen sind, daß der angeordnete “Geisterverkehr” auf der Brücke zuvor noch als Ordnungswidrigkeit geahndet und abkassiert wurde, frage ich diesbezüglich noch einmal per e-mail nach und bekomme auch relativ schnell eine Antwort:
“Zur Sache mit dem unterschiedlichen Gebahren der Kölner Polizei kann ich nichts sagen. Das Verhalten der Polizei in Bezug auf Radverkehr ist eh zwiespältig, wie man an den meiner Ansicht nach völlig überzogenen Kontrollen von RadfahrerInnen im Stadtgebiet erkennen kann. Es liegt im Ermessen der Polizei, ob eine Situation als gefährlich oder nicht gefährlich eingeschätzt wird. In diesem Fall bin ich eher froh, dass die Brücke für den Radverkehr offen bleibt, auch wenn es aufgrund der engen Verhältnisse zu Problemen kommt.”
Nun denn. Frage weder beantwortet, noch einen Konsens gefunden. Außer einer schnellen und freundlichen Antwort hat die Anfrage bei den Grünen also nichts gebracht.
Die Antwort von “Deine Freunde”
“Deine Freunde” haben (noch) nicht geantwortet, ich bin allerdings sicher, daß die derzeit einfach ganz andere Sachen um die Ohren haben.
Die Antwort der FDP
Die FDP hat leider (noch) nicht geantwortet. Allerdings wurden die in den Verkehrsraum hineinragenden Wahlplakate nach einer knappen Woche wieder entfernt. Daß dies mit meiner Anfrage zusammenhängt und somit als Antwort zu werten ist, ist rein spekulativ.


Ich habe übrigens auch ein Foto bekommen, wie die Plakate aufgehängt wurden. Der benutzte PKW nutzt den Fuß- und “Radweg” recht …äh… unkonventionell. Aber egal, ist ja kein Pranger hier.
Die Antwort der Linken
Die Linken haben mir am 14.9.2009 geantwortet, allerdings kurz und knapp direkt “Butter bei die Fische” gemacht: Vom sachkundigen Herrn im Verkehrsausschuß wurde mir mitgeteilt
“A) dass ich vollkommen Recht habe.
B) dass er sich deswegen an den Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, Herr Harzendorf, wenden wird.”
Außerdem wurde ein Dringlichkeitsantrag für die Sitzung der Bezirksvertretung Nippes am 17.9.2009 gestellt. Ein pdf des Antrages wurde mir übersandt, darin heißt es u.a., daß in Betracht gezogen werden soll, einen Autostreifen vorübergehend in einen Radweg umzuwidmen. Als Begründung werden im Wesentlichen meine Ausführungen (siehe unten) benannt.
Da war ich -ehrlich gesagt- mal baff, ging ich doch inzwischen davon aus, daß man als “kleiner Mann” eigentlich gar keinen Einfluß hat – bis auf ein bis drei Kreuze alle paar Jahre. Es sollte aber noch besser kommen, denn es fehlt ja noch:
Die Antwort der CDU
Die CDU antwortete am 15.9.2009, ebenfalls kurz und knapp und herzlich:
“herzlichen Dank für die treffliche Schilderung auf der Mülheimer Brücke und für den besonderen Hinweis auf das aktuelle Schelmenstück. Wir haben eine Anfrage für die Bezirksvertretung Mülheim erstellt und reichen diese morgen bereits ein. Zudem habe ich das Bezirksamt Mülheim informiert und darum gebeten, sich der Sache auf Verwaltungsseite anzunehmen.”
Eine Partei fehlt noch und just in dem Moment, als ich das schon abhakte, kam dann doch noch …
Die Antwort der SPD
Die SPD antwortete am 18.9.2009. Mir wird für meine “ausführliche e-mail vom 14.9.2009″ gedankt (ich habe die e-mail am 10.9.2009 geschrieben!). Die Antwort ist aber prinzipiell erstmal erfreulich, lautet sie nämlich:
“Zwischenzeitlich hat sich die Bezirksvertretung Nippes in ihrer Sitzung am 17. September 2009 mit der Thematik befasst und einen einstimmigen Beschluss gefasst. Danach ist die Verwaltung beauftragt, die aus Sicht der Bezirksvertretung für Radfahrer/innen lebensgefährliche Umleitungssituation auf der Mühlheimer Brücke, zu überprüfen und unverzüglich zu entschärfen. Das Thema wird daher weiter auf der Agenda bleiben.”
Nun gut, die Antwort der SPD fasse ich als Ergebnis des Engagements der Linken auf (Dringlichkeitsantrag in der BV Nippes), aber immerhin: es soll sich was tun, die Situation soll unverzüglich entschärft werden. Fragt sich nur, was die Ausführenden unter “Entschärfen” verstehen. Am 18.9.2009, noch bevor mich die e-mail der SPD erreichte, sah ich nämlich folgende Beschilderung an zwei der vier Gefahrenstellen an den Brückenpfeilern:


Sollte das der Versuch einer “Entschärfung” sein, ist das eigentlich nur ein weiteres Schelmenstück, um den treffenden Ausdruck aus der Antwort der CDU zu verwenden. Der einzige Erfolg wäre dann also lediglich die Tatsache, daß meine Anfrage behandelt wurde (womit ich nicht gerechnet hatte), während “einen Autostreifen vorübergehend in einen Radweg umzuwidmen“, wie die Linken es formuliert hatten, ein wirklicher Erfolg, weil eine sichere Lösung, wäre. Mir würde die einfache Öffnung der Fahrbahn für den Radverkehr übrigens reichen. Meinetwegen noch ein Warnschild “Achtung Radfahrer” für den KFZ-Verkehr.
Immerhin wurden aber (nach gut 2 Wochen!) die auf dem “Radweg” herumstehenden Baken und das vermutlich dort geparkte Verkehrsschild (Pfeil links) entfernt:

Abstellfläche auf "Radweg"
Fazit: anscheinend kann man als engagierte Privatperson doch tatsächlich irgendwas erreichen, auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, was das genau ist, bzw. sein wird. Mein Dank geht prinzipiell an alle Politiker, die sich die Zeit genommen haben, meine Eingabe zu lesen und auch zu beantworten. Mein ganz besonderer Dank geht an die Kölner Linken und an die Kölner CDU für Ihr bisheriges Engagement in dieser Sache.
Hier der Text meines Schreibens:
Sehr geehrte Damen und Herren:
mein Name ist Marco Laufenberg, ich bin 39 Jahre alt, seit 1993 zugezogener Kölner und wohne in Köln-Mülheim.
Ich berichte -als Privatperson- in meinem Webblog unter http://www.radfahren-in-koeln.de über meine persönlichen Erlebnisse und Ansichten als Radfahrer in und um Köln. Dabei behandle ich subjektiv verkehrspolitische Themen, bin jedoch nicht parteipolitisch aktiv.
Ich möchte mit meinem Anliegen ihre kostbare Zeit nur so begrenzt wie möglich in Anspruch nehmen, deswegen trage ich es in Stichworten vor. Detailiertere und bebilderte Informationen entnehmen Sie bitte meinem Webblog.
Seit Montag, den 24.8.2009, wird die Mülheimer Brücke saniert. Die Stadt Köln teilte dies am Donnerstag, den 20.8.2009 in einer Pressemitteilung mit. Diese Sanierung soll noch “bis Oktober” dauern.
Die Mülheimer Brücke ist eine wesentliche Gefahrenstelle für den Radverkehr in Köln, es kam seit 2004 -seit die “Radwege” auf der Brücke benutzungspflichtig sind- öfters zu Zusammenstößen zwischen Radfahrern, die in der falschen Richtung als “Geisterradler” unterwegs waren. Es gab einen Toten und mindestens einen Mann, der durch einen Frontalunfall nun berufsunfähig ist. Aus diesem Grunde finden öfters Verkehrskontrollen durch die Polizei statt, so mindestens auch in den Kalenderwochen 33 und 34.
Seit dem 24. August (KW 35) wird der Radverkehr von links- nach rechtsrheinisch nun über die Nordseite der Mülheimer Brücke umgeleitet, d.h. dort wo Geisterradler die Wochen davor noch (berechtigterweise) abkassiert wurden, MÜSSEN sie nun fahren!
Meine Anfrage an die Stadt Köln (Amt für Straßen- und Verkehrstechnik und “Fahrradbeauftragter”) über diese untragbare, weil gefährdende Situation wurde dahingehend beantwortet, daß die Freigabe des Radweges in beide Richtungen (“Geisterverkehr”) “nach Abstimmung mit der Polizei” erfolgte.
Meine entsprechende Anfrage an die Polizei wurde zunächst telefonisch so beantwortet, daß die Polizei dieser Regelung NICHT zugestimmt hätte und das ja auch sonst ein “Schildbürgerstreich” wäre, wenn in der einen Woche das Befahren des Weges mit einer Ordnungswidrigkeit belegt und in der anderen Woche selbiges Befahren angeordnet wird.
Mittlerweile wurde ich telefonisch von der Polizei unterrichtet, daß die Zustimmung der Polizei zu der gefährdenden Regelung tatsächlich stattgefunden hätte und zwischen den Zeilen hörte ich heraus, daß es lediglich darum geht, den KFZ-Verkehr nicht zu behindern, denn die einzig sinnvolle Alternative zur derzeitigen Regelung wäre die sichere Umleitung des Radverkehrs über die Fahrbahn.
Zusammengefaßt heißt dies für mich, daß die Stadt Köln Fahrradfahrer und Fußgänger auf der Mülheimer Brücke für ca. 5-9 Wochen bewußt gefährdet, nur um dem KFZ-Verkehr ausnahmslos freie Fahrt zu gewähren.
Falls Sie die Situation vor Ort nicht kennen oder selbst kein Fahrrad fahren sollten: der Weg, den sich die Radfahrer derzeit in beide Richtungen teilen müssen, ist ca. 1,20 Meter breit und zweimal wird bei der Überfahrt durch die Brückenpfeiler die Sicht komplett versperrt. Ein Fahrrad ist ca. 60 cm breit und benötigt als einspuriges Fahrzeug genügend Abstand zu den Seiten. Ich wurde in dieser Woche selbst Zeuge eines Zusammenstoßes, bei dem -Gott sei dank- nichts schwerwiegendes passierte.
Vielleicht können Sie nachvollziehen, daß ich die geschilderte Situation als Willkür seitens der Behörden empfinde. Mich würde interessieren, wie Ihre Partei zu meinen Ausführungen steht. In diesem Sinne würde ich mich über eine Stellungnahme sehr freuen.
Vielen Dank für Ihre Zeit!
Mit freundlichen Grüßen,
Tags: Baustellen · Kölner Stadtteile · Mülheim · Mülheimer Brücke
Zur Situation an der Mülheimer Brücke erhielt ich heute einen weiteren Anruf der Kölner Polizei, der zum einen ernüchternd war, mir andererseits aber auch in gewissem Maße die Augen geöffnet hat.
Herr S., der mich bereits vor einigen Tagen angerufen und mir mitgeteilt hatte, daß die Kölner Polizei einer Gefährdung des Radverkehrs durch angeordnete “Geisterfahrer” NICHT zugestimmt hätte, machte nun eine Kehrtwende um 180 Grad, indem er erklärte, daß der zuständige Sachbearbeiter erst jetzt wieder im Büro wäre. In Wirklichkeit hätte die Polizei der Öffnung des “Radweges” in beide Richtungen zugestimmt, wenn der Radverkehr ausreichend gewarnt werden würde. Dies geschieht derzeit durch das Zusatzzeichen Zeichen 1000-30 (“in beide Richtungen”), was sich im Normalfall an jedem beidseitig benutzungspflichtigen “Radweg” befinden sollte und in diesem Sinne also auch keine außergewöhnliche Warnung vor Frontalzusammenstößen darstellen kann. Ich fasse zusammen:
- Montag, 7. September: Polizei erklärt mir durch Herrn S., daß mit der Polizei mitnichten die Öffnung des “Radweges” in Gegenrichtung abgestimmt worden wäre.
- Donnerstag, 10. September: Polizei erklärt mir durch Herrn S., daß mit der Polizei die Öffnung des “Radweges” in Gegenrichtung abgestimmt worden wäre, wenn der Radverkehr “gewarnt” werden würde.
Kann man es mir verübeln, daß ich mich ein wenig “veräppelt” fühle? Ich konfrontiere Herrn S. mit den Fakten (Unfallstatistiken ab 2004, Kontrolle und Abkassieren durch die Polizei noch in der Woche vor der Sanierung) und frage ihn, ob er den Weg überhaupt selbst befahren habe (Montag hatte er angegeben, die Brücke nicht zu kennen) und wie breit er die Spur für den Radverkehr einschätzt.
Herr S. gibt an, daß er gestern eine Ortsbesichtigung vorgenommen habe, indem er die Brücke von Riehl aus nach Mülheim zu Fuß passierte! Er schätzt die Breite des “Radweges” auf 1 Meter bis 1,20 Meter (letzteres kommt ungefähr hin – mir ist schleierhaft, wie jemand ernsthaft glauben kann, dieser Platz würde für entgegenkommende Fahrräder ausreichen) und gibt an, daß “die Radfahrer an den Pylonen ja zur Seite ausweichen”. Richtig, das tun sie und die Polizei wird wissen, daß sie das lt. Beschilderung (Zeichen 241 und Zeichen 295, “durchgezogene Linie”) nicht dürfen. Ich schlage ihm vor, daß die Polizei am besten vor Ort Kontrollen macht und dafür dann auch noch “Knöllchen” kassiert.
Herr S. erklärt mir, daß “die Straßen der Stadt und nicht der Polizei gehören” und die Polizei entsprechend auch nicht darüber entscheidet. Ich möchte -bei aller Kritik- klar zum Ausdruck bringen, daß sich die Polizei durch Herrn S. wenigstens mit meinem Einwand auseinander setzt und immerhin engagiert zeigt, während ich bei der Stadt den Eindruck habe, in keinster Art und Weise auch nur annähernd ernst genommen zu werden. Alleine die Dauer einer Antwort spricht eher für Hinhaltetaktik und Totschweigen.
Laut Herrn S. wäre die einzige Alternative gewesen, die Brücke komplett für den Radverkehr zu sperren. Dem entgegne ich, daß eine mögliche und sichere Alternative die Umleitung des Radverkehrs über die Fahrbahn wäre, wie es bis 2004 die normale Situation war – ohne schwere Unfälle.
Ich spreche dann offen aus, “daß es der Stadt Köln in Wirklichkeit wohl nur darum geht, den motorisierten Verkehr nicht durch Radfahrer zu behindern und daß dafür die Gefährdung von Menschen in Kauf genommen wird.”
Herr S. widerspricht dieser These nicht.
Mag man es mir verübeln, wenn mir der Begriff “Bananenrepublik” grad nicht mehr aus dem Kopf will?
Tags: Baustellen · Kölner Stadtteile · Mülheim · Mülheimer Brücke · Polizei · Radwege
Ich bin der Meinung, ich schweife manchmal ein wenig aus, deswegen hier eine kleine Fotostrecke, die -ganz ohne Worte- belegt, wie sehr Köln seine Radfahrer liebt! Ein paar Hundert Meter der Neusser Straße auf Höhe der Wilhelm Sollmann Straße.








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Die Farce Situation um den Radverkehr an der Mülheimer Brücke ist in den letzten Tagen ja nun mehrmals und auch eindrucksvoll dokumentiert worden. Derzeit könnte ich fast jeden Tag ein paar Zeilen schreiben, versehen mit einem Foto oder Video, welches das Attribut “schockierend” nicht zu Unrecht tragen würde.
Heute hat sich -für mich- tatsächlich doch etwas recht überraschendes ergeben, das Lesen dieses Artikels ganz bis zum Ende lohnt sich auf jeden Fall – Ich habe heute nämlich einen Anruf der Kölner Polizei bekommen!
Übrigens fuhr ich heute gegen 15:00 Uhr auf der Nordseite der Mülheimer Brücke von Mülheim nach Riehl hinter einer Dame “im besten Alter” und durfte Zeuge eines Frontalunfalls hinter dem ersten Brückenpfeiler werden! Gottseidank ist außer einem verbogenen Flaschenhalter nichts passiert -was der Umsichtigkeit der Dame geschuldet ist, die gerade noch rechtzeitig abbremsen konnte-, jedoch schimpfte sie wie ein Rohrspatz auf den jungen Mann, der als “Geisterfahrer” frontal auf Gegenkurs war. Ich klärte sie dann auf, daß der Mann lediglich ordnungsgemäß der Beschilderung gefolgt ist und die Schuld entsprechend nicht bei ihm, sondern bei denjenigen, die die Beschilderung vorgenommen haben, zu suchen ist. Ihre Bemerkungen dazu sind nicht zwingend druckreif.
Hier nun eine kurze, möglichst sachliche Chronologie der derzeitigen Radverkehrs-Situation um die Mülheimer Brücke, meine bisherigen Einträge finden sich hier. Ich weise darauf hin, daß ich versuche, so sachlich wie möglich zu bleiben und an einigen Stellen bewußt auf Kommentare verzichte – diese möchte der geneigte Leser bitte selbst erstellen!
Seit 2004
Seit 2004 sind die “Radwege” an der Mülheimer Brücke auf beiden Seiten benutzungspflichtig, sie sind mit Zeichen 241 versehen. Unabhängig davon, daß die Wege zu eng sind und somit schon eine erhebliche Gefährdung der Radfahrer (und selbstverständlich auch der Fußgänger!) darstellen, gibt es an den Brückenpfeilern völlig unübersichtliche Situation, die quasi nicht “regelkonform” zu befahren sind. Durch (unerlaubten!) Gegenverkehr gab es seit 2004 mindestens 4 schwere Unfälle mit einem Verkehrstoten (Radfahrer) durch Frontalzusammenstöße.
10.-23.8.2009
Wie schon öfters in den letzten Jahren, werden mindestens in den Kalenderwochen 33 und 34 (von mir beobachtet) “Geisterfahrer” auf der Nordseite der Mülheimer Brücke durch die Polizei kontrolliert und wegen einer Ordnungswidrigkeit abkassiert.
20.8.2009
Pressemitteilung der Stadt Köln, daß die Brücke ab 24.8.2009 saniert wird: “für die Sanierungen muss jeweils der komplette Geh- und Radweg gesperrt werden“.
24.8.2009 (Kalenderwoche 35)
Der “Radweg” (und auch der Fußweg) auf der Südseite der Brücke sind gesperrt, der Radverkehr wird durch verwirrende und nicht StVO-konforme Beschilderungen in beide Richtungen über die Nordseite der Brücke geführt. Vor Ort herrscht schlicht Chaos und es alle paar Minuten zu gefährlichen Begegnungen. Ich setze nachts meinen ersten Artikel online.
25.8.2009
Ich schreibe eine e-mail an den “Fahrradbeauftragten” der Stadt Köln und an das Amt für Straßen- und Verkehrstechnik. Ich schildere die Situation und fordere dazu auf, “die Umleitung des Radverkehrs während der Sanierung der Mülheimer Brücke UMGEHEND sicher zu gestalten und auf die Fahrbahn anstatt in den Gegenverkehr zu verlegen, bevor schwere Unfälle geschehen!” Ich stelle den zweiten Artikel incl. Videoclip online.
26.8.2009
Ich bekomme eine Antwort von einem Herrn vom Amt für Straßen- und Verkehrstechnik. Aufgrund meiner Anfrage hätte man “die Situation vor Ort überprüft”. Eine Umleitung des Radverkehrs über die Fahrbahn würde man aus Sicherheitsgründen nicht in Betracht ziehen, außerdem würde durch die Bauarbeiten auch zeitweise der rechte Fahrstreifen in Anspruch genommen werden. Die Alternative wäre eine komplette Sperrung für den Radverkehr gewesen. Wegen einer “zeitlich überschaubaren” Ausnahmesituation “wurde -nach Abstimmung mit der Polizei- die Freigabe des jeweils gegenüber liegenden Radweges für die Gegenrichtung als vertretbar angesehen.”.
In meiner Antwort auf diese e-mail frage ich:
- Welches sind die detaillierten “Sicherheitsgründe”, weswegen eine Umleitung über die Fahrbahn nicht in Betracht kommt?
- Inwiefern handelt es sich um eine “zeitlich überschaubare Ausnahmesituation”? Der Pressemitteilung der Stadt Köln folgend wird die Situation bis Oktober 2009 bestehen bleiben, d.h. bestenfalls 5 Wochen, schlimmstenfalls 9 Wochen, in denen der Radverkehr nicht nur behindert, sondern stark gefährdet wird.
- Würden Sie mir bitte einen, bzw. den Ansprechpartner bei der Polizei mitteilen, mit dem die Freigabe des gegenüberliegenden Radweges abgesprochen wurde? Wann geschah dies und wie kann es sein, daß noch mindestens in KW 33 und 34 Ordnungsgelder wegen Benutzung des Radweges gegen die Fahrtrichtung verhängt wurden?
- Unabhängig davon: wie erklären Sie sich die verwirrenden und nicht StVZO konformen Beschilderungen und wann werden diese berichtigt?
3.9.2009
Ich habe auf meine Anfrage vom 26.8.2009 nach 8 (acht!) Tagen immer noch keine Antwort bekommen und frage deswegen noch einmal nach, wann ich mit einer Antwort auf meine Fragen rechnen kann.
4.9.2009
Ich erhalte vom gleichen Mitarbeiter die Antwort, daß der “Kollege bei der Polizei derzeit offenbar krank” wäre und er deswegen noch keine Rückmeldung erhalten hätte. Für eventuelle Rückfragen an die Polizei könne ich mich an das Polizeipräsidium Köln, Direktion Verkehr, richten. Mir wird auch eine e-mail Adresse genannt.
Die mit der Beschilderung beauftragte Firma wäre aufgefordert worden, diese zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Meine weiteren Fragen werden nicht beantwortet, es wird lediglich auf die e-mail vom 26.8.2009 verwiesen, “wonach die zeitlich begrenzte Baustellenverkehrsführung in dieser Form beibehalten wird”.
Ich beantworte die e-mail und bedanke mich für die Kontaktadresse bei der Polizei, um mich dort direkt zu erkundigen. Ich frage nochmals nach den detaillierten “Sicherheitsgründen”, weswegen der Radverkehr nicht über die Fahrbahn geleitet wird.
Ich schreibe nachmittags eine e-mail an die Verkehrsdirektion der Polizei Köln. Im Kern erläutere ich die Situation so, wie ich es dem Amt für Straßen- und Verkehrstechnik und dem “Fahrradbeauftragten” gegenüber auch getan habe und frage abschließend:
- Ist es korrekt, daß die Freigabe des Radweges in Abstimmung mit der Polizei erfolgte?
- Wie ist es zu erklären, daß in den KW 33 und 34 noch Ordnungswidrigkeiten verhängt wurden, für einen Bestand, der dann in Abstimmung mit der Polizei in KW 35 offiziell angeordnet wurde?
Die Beschilderung wurde tatsächlich teilweise geändert und “entwirrt”, ist aber immer noch nicht StVO-konform (z.B. die beiden Zeichen 254 am rechtsrheinischen Zugang zur Brücke auf der Südseite).
7.9.2009
Ich bekomme vormittags einen Anruf der Polizei. Herr S. begrüßt mich mit den Worten, “schön, daß ich Sie erreiche” (ich hatte meine Telefonnummer in meiner e-mail nicht mitgeteilt).
Herr S. erklärt mir, daß mit der Polizei mitnichten die Öffnung des “Radweges” in Gegenrichtung abgestimmt worden wäre, sondern vielmehr besprochen worden wäre, daß während der Sanierungsarbeiten auf jeder Brückenseite ein Weg geöffnet bleibt (gemeint ist jeweils ein Teil des getrennten Fuß- und “Radweges”) und somit Radfahrer und Fußgänger auf dem selben Weg die Brücke überqueren. Die Radfahrer müßten somit mehr Rücksicht auf die Fußgänger nehmen, würden aber nicht in den Gegenverkehr geführt werden, dafür wäre die Brücke zu eng!
Herr S. erklärt ferner, daß es ja wohl ein “Schildbürgerstreich” wäre, würden in der einen Woche die Radfahrer von der Polizei als “Geisterfahrer” abkassiert, müßten den selben Weg aber in der nächsten Woche in Abstimmung mit der Polizei benutzen.
Herr S. meint, daß die Verantwortlichen beim Amt für Straßen- und Verkehrstechnik (die Person, die meine e-mails beantwortet hat) von ihm bereits informiert worden wären und die Situation noch im Laufe des Tages umgeschildert werden würde. Er bat mich ferner, sich morgen bei ihm zu melden, sollte dies nicht geschehen sein.
Und das werde ich auch tun.
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